China Archive | Tripmunks https://www.tripmunks.net/category/2010_deutsch/china/ Mit Rucksack durch die Welt / Hátizsákkal a világban Sat, 19 Mar 2011 15:09:44 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.2 Mit Rucksack durch Ost-China https://www.tripmunks.net/2010/06/hallo-bamboo-%e2%80%93-wanna-have-foote-massage-%e2%80%93-mit-rucksack-durch-ost-china/ https://www.tripmunks.net/2010/06/hallo-bamboo-%e2%80%93-wanna-have-foote-massage-%e2%80%93-mit-rucksack-durch-ost-china/#respond Sat, 26 Jun 2010 09:24:23 +0000 https://www.tripmunks.net/?p=25 Es gibt zwei Sachen, die man sich vor einer China-Reise gut einprägen sollte: China ist riesig und es gibt sehr sehr viele Chinesen. Denn mit diesen zwei Gegebenheiten wird man permanent konfrontiert. Im Nachhinein kann ich sagen, dass China definitiv ein Backpacker-freundliches Land ist, aber aus Punkt 1 ergibt sich, dass man sich hier nicht […]

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Karte unserer Chinareise (Grüne Strecken = Bahnreise, Blaue Strecken = Flug)

Es gibt zwei Sachen, die man sich vor einer China-Reise gut einprägen sollte: China ist riesig und es gibt sehr sehr viele Chinesen. Denn mit diesen zwei Gegebenheiten wird man permanent konfrontiert. Im Nachhinein kann ich sagen, dass China definitiv ein Backpacker-freundliches Land ist, aber aus Punkt 1 ergibt sich, dass man sich hier nicht nur auf Bus oder Zug einschränken kann, man muss zwangsweise auch auf Inlandsflüge zurückgreifen, die aber nicht allzu teuer sind. Aber die Anzahl der Chinesen – die Massen – an die konnte ich mich bis zum letzten Tag nicht gewöhnen. Es ist unglaublich, man findet kaum ein ruhiges Plätzchen. Als „Langnase“ kann man sich sowieso nicht verstecken – so nennen die Chinesen die „Nicht-Schlitzaugen“ – also uns Weiße. Und da ich dieser Bezeichnung ausgesprochen gut gerecht werde, wurde ich öfters richtig angestarrt. In Peking oder Shanghai verursacht eine Langnase kein Aufsehen mehr, aber in der Provinz wird man stauend angesehen. In Datong sind wir zu 5 über die Hauptstraße gelaufen (eine 1,5 Millionen Stadt 6 Zugstunden von Peking entfernt). Als wir die Straße entlang gingen, wurde ich auf eine Kellnerin in einem kleinen Bistro aufmerksam. Sie ist stehen geblieben und hat uns angestarrt, dann rief sie ihrer Kollegin zu, deutete auf ihre eigene Nase und zeigte auf uns. Beide kicherten und bald guckten uns sämtliche Gäste unglaublich an und lächelten uns zu. Sie wollen freundlich zu uns sein bzw. sie wollen ihre nicht vorhandene Englisch-Kenntnisse zur Schau tragen, deshalb ruft jeder – ob groß oder klein, arm oder wohlhabend – HELLO zu. Oder ich glaube eher, es ist für sie einfach nett, wenn sie stolz am Abend bei der Kartenrunde erzählen können: ich habe heute Kontakt zu einer Langnase gehabt. Nun aber wieder die Erinnerung an Punkt 2: sehr sehr viele grüßen uns mit HELLO und wir – gut erzogene Europäer – sind wir gezwungen zurückzugrüßen, aber bei Hunderten von Menschen täglich… irgendwann geht es nicht mehr!!!

Wir hatten 23 Tage Zeit (13.05. – 06.06.), um dieses Land ein bisschen näher kennenzulernen. Ich habe folgende Route im Vorfeld ausgearbeitet: Beijing – Datong – Pingyao – Xian – Shanghai – Guilin – Longsheng –Yangshuo – Hongkong – sprich den Osten des Landes.

(Um mit anderen Reisenden die Erfahrungen und die aktuellen Reiseinfos zu teilen, beschreibe ich in unserem Bericht auch die aktuellen Preise. (10 Yuan ([oder auch Renminbi (RMB) genannt] = 1 Euro) Die eingefügten Bilder gehörten eher in die Kategorie „interessant“ als „künstlerisch schön“. Wer die Schönen (oder gar alle 800) sehen möchte, soll uns Bescheid sagen!)

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1. Tag – Erste Lektion in Sachen chinesischer Tourismus https://www.tripmunks.net/2010/06/1-tag-erste-lektion-in-sachen-chinesischer-tourismus/ https://www.tripmunks.net/2010/06/1-tag-erste-lektion-in-sachen-chinesischer-tourismus/#respond Thu, 24 Jun 2010 11:14:26 +0000 https://www.tripmunks.net/?p=33 Start von Frankfurt am 13.05.2010 um 14 Uhr mit Air China (Man beachte die riesige Anzahl von tollen Kung-Fu-Filmen am Bord). Landung am 14.05.2010 in Peking um 6 Uhr früh. Das macht: über 9 Std. Flug und 7 Std. Zeitverschiebung – aber sie haben keine Sommerzeit, deshalb nur 6 Std. Zum Frühstück gab es zum […]

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Start von Frankfurt am 13.05.2010 um 14 Uhr mit Air China (Man beachte die riesige Anzahl von tollen Kung-Fu-Filmen am Bord). Landung am 14.05.2010 in Peking um 6 Uhr früh. Das macht: über 9 Std. Flug und 7 Std. Zeitverschiebung – aber sie haben keine Sommerzeit, deshalb nur 6 Std. Zum Frühstück gab es zum Eingewöhnen gebratene Nudeln (Chinesen frühstücken in der Regel warm).

Wir landeten am Terminal 3 – Supermodern und neu, und um das Ganze genießen und bewundern zu können, wurden wir am allerletzten Gate rausgelassen um das komplette Terminal durchlaufen zu können. Passport-Check lief ohne Probleme, habe einen Stempel meinem Visa gegenüber bekommen. Man darf die Beamten bewerten: wenn man unzufrieden war, drückt man rotes trauriges Smiley, wenn man freundlich behandelt wurde, dann drückt man grünes lächelndes Smiley – jeder Beamter (sei es Zoll oder Bank) in China hat so ein eigenes Gerät und der Kunde sieht die aktuelle Bewertungsrate. Trotzdem habe ich nie ein richtig freundliches Beamten erlebt.

ATM zu finden war kein Problem, so ging es weiter zur Airport ShuttleTrain. Hier ging es schon los: es stand eine Container-Bude da, ohne jegliche englische Aufschrift – aber man ahnte, hier kann man sich die Tickets kaufen. Die Frau hat uns gleich 2 Tickets entgegengereicht. Geht doch!

So und jetzt kommt Chinas Spezialität: Sicherheitskontrolle. Jedes mal, wenn man einen Bahnhof oder eine Metrostation betritt (rund um den Platz des Himmlischen Friedens sogar bei der ganz normalen Fußgängerunterführung), muss man das Gepäck durchscannen lassen – genauso wie am Flughafen. Sogar am Dorf-Bahnhof. Ordnung muss sein – auch wenn wir gerade eben den Sicherheitsbereich des Flughafens verlassen haben, deshalb die 16 kg Rucksäcke abschnallen, durchleuchten lassen und wieder aufnehmen. Und weil es schön ist nochmal beim Umstieg in die Metro. Apropo Metro – super modern (für die Olympiade alles fein gemacht) und gut ausgebautes Netz – aber: die Stationen sind nicht wie in Europa so in ca. 500 – 1000 m Entfernung zueinandern, sondern 2000 – 3000 m oder mehr und durch den gesamten Innenstadt-Sehenswürdigkeiten-Bereich gibt es keine Metro – es ist also Laufen oder Busfahren angesagt.

Wir checken in unserem Hostel ein (www.leohostel.com) und auf gehts zum Platz des Himmlischen Friedens und zur Verbotenen Stadt. Wir laufen durch unser Einkaufsviertel, voll mit Garküchen, Teeläden und typisch chinesischen Ramschläden. Am Platz des Himmlischen Friedens werden wir zum ersten Mal mit Punkt Nr. 2 konfrontiert. Viele Chinesen und noch mehr chinesische Touristen. Die Tourismusbranche boomt in China. Wahnsinnig viele sind unterwegs in ihrem Land. Dementsprechend die erste Warteschlange, die wir zu sehen bekommen, ist die zu Maos Mausoleum – geschätzte Länge: 3 km, schön ordentlich mit Bändchen markiert.

Chinesen lieben es anzustehen. Das ist irgendwie ein Hobby für sie, sie machen das total gelassen. Sie sind es ja schon gewöhnt. Aber was sie noch lieber machen: von der Seite reindrängeln. Es gab immer welche, die sich von der Seite einfach ganz locker ganz nach vorne mogeln, als ginge es um Leben und Tod und sie müssten sofort an die Tickets oder an die Getränke rankommen. Und die anderen dulden es. Sie stehen weiter friedlich in der Schlange und warten, ohne die Drängelnden zu warnen.

Schlange stehen macht Spaß - aber nicht für uns

Mao wollen wir nicht sehen und uns schon garnicht 3 km lang anstellen. Wir bummeln lieber durch die Verbotene Stadt. Die Massen werden eher wie auf dem Fließband durchgescheucht, durch Megaphone angebrüllt, mit lustigen Fähnchen geleitet. Und was ganz wichtig ist: jede Truppe hat eine eigene Mütze (Cap), am besten in rosa oder orange.

Menschenmenge vor der Verbotenen Stadt

Die Sicht ist die ganze Zeit komisch: es liegt eine dicke Smog-Schicht über Beijing. Es ist warm, wir wissen, dass die Sonne ab und zu hinter den Wolken durchkommt, aber durch diesen Nebel erkennt man sie nicht. Leider sind die Bilder deshalb auch nicht so schön geworden.

Dachverzierung

Die Verbotene Stadt ist wunderschön und wirklich beeindruckend. Wir haben im Vorfeld von einem Kollegen den Film „Der letzte Kaiser“ ausgeliehen bekommen. Es war interessant, Orte aus dieser historischen Verfilmung wieder zu erkennen.

Wir hatten Hunger, also auf zur ersten Essenserfahrung. Wir wussten schon, man soll bei „Restaurants“ nicht auf das Äußere achten. Wir haben trotzdem schon mal ein Etablissement ausgesucht, wo man schon von außen erkennen konnte, dass es ein Restaurant ist: Fotos von Gerichten hingen an den Wänden. Zum Glück war die Karte auch mit Bildern versehen, so konnten wir einfach mit dem Finger auf das Gericht zeigen. Wir bestellten 3 Gerichte, es sah alles so klein aus. Wie wir dann gelernt haben, sind in China die Portionen riesig. Also ein Gericht für zwei Personen mit zwei Portionen Reis reichen völlig aus. Das Essen war super lecker. Gleich hier mussten wir lernen, dass das Äußere nichts bedeutet, und wahrscheinlich je dreckiger die Kleidung des Kochs, umso besser das Gericht.

Wir sind dann noch zum Olympia-Park rausgefahren und haben das Vogelnest fotografiert. Ganz schöne Arbeit wurde hier für die Olympiade geleistet, das Olympiagelände ist riesig und rund um ist alles neu.

Rückwärts in die Stadt kamen wieder blinde Bettler in der Metro vorbei. Das Schema ist immer gleich: vorne läuft ein „schlecht angezogener“ gesunder Mensch mit einer „Kasse“ und zieht einen Blinden hinter sich, der auf einer Flöte oder sowas spielt. Als wir jetzt zum zweiten Mal solche vor uns standen, hatte ich 1 Yuan in der Hosentasche, und habe ihn in die Kasse geworfen. Sie standen so peinlich lange vor uns. Hinterher hat uns eine Frau nett versucht zu erklären – trotzdem mit strenger Miene, dass wir das nicht hätten tun dürfen. Ja, ab dem zweiten Tag haben wir begriffen, dass in China das Betteln ein organisiertes Geschäft ist. Normale bedürftige Menschen würden nicht betteln.

Im Hostel haben wir für den nächsten Tag eine Tour gebucht: 10 km Wanderung auf der großen Mauer (240 Yuan/p.P. incl. Breakfast + Lunch – Eintrittspreise 100 Yuan/p.P.)

Die erste Nacht war unruhig, unser Zimmer war im ersten Innenhof (Yard) und hörte man von der Bar jedes Geräusch.

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2.Tag – We rocked the Great Wall https://www.tripmunks.net/2010/06/2-tag-we-rocked-the-great-wall/ https://www.tripmunks.net/2010/06/2-tag-we-rocked-the-great-wall/#respond Wed, 23 Jun 2010 11:14:13 +0000 https://www.tripmunks.net/?p=37 Um 6 Uhr ging es los, wir wurden (+2 Aussis und 5 Amis) mit einem Minibus nach Jinshanling (Eintritt 50Y) gebracht. Von hier aus sollten wir die 10km in 3 Stunden nach Simatai wandern. Kurze Schilderung der Wetterlage: Sonne, Sonne, Sonne = ca. 32 Grad. Unser Guide (mit seinem gefälschten Guide-Ausweis) hat uns auf die […]

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Um 6 Uhr ging es los, wir wurden (+2 Aussis und 5 Amis) mit einem Minibus nach Jinshanling (Eintritt 50Y) gebracht. Von hier aus sollten wir die 10km in 3 Stunden nach Simatai wandern. Kurze Schilderung der Wetterlage: Sonne, Sonne, Sonne = ca. 32 Grad.

Die ersten Eindrücke - wir sind noch frisch und munter

Unser Guide (mit seinem gefälschten Guide-Ausweis) hat uns auf die Mauer gebracht, und sagte (sorry, ich korrigiere: wir haben es so verstanden, dass er uns versuchte zu sagen…), dass er bei Turm Nummer 21 auf der anderen Seite in Simatai auf uns wartet. Aber wenn man nur „Come on“ und „Yes“ auf englisch kann, ist das mit der Verständigung so eine Sache… Also los ging es. Wann jemand denkt, man spaziert so schön auf der Mauer, der irrt sich gewaltig. Die Mauer ist eigentlich ein Treppenbauwerk, es geht ständig über Treppen auf und ab… ein überwältigend gewaltiger Marsch. Der Guide hat uns noch bis zur Grenze von Jinshanling begeleitet, dann ist er umgedreht.

Unser Guide
Man beachte die Türme rechts oben - wir sind dort entlang

Dieser Abschnitt ist relativ ruhig, nicht viele trauen sich die Strecke zu bzw. die Touristengruppen werden immer nach Badaling gebracht. Getränke und Souvenirs kann man sich pausenlos von den mongolischen Frauen besorgen. Kaum einen Schritt kann man machen, ohne belagert zu werden, sie verfolgen einen erstmal unauffällig, fragen sie einen woher man kommt, als wären sie auch Touristen und würden mitlaufen mit Rucksack und so, aber irgendwann versuchen sie den Inhalt ihrer Rucksäcke loszuwerden…

Wenn es zu Fuß nicht mehr ging, dann mussten auch die Hände mithelfen...
Ja, ich gebe zu, stellenweise war ich ganz schön fertig

Nach 3 Stunden kamen wir in Simatai an. Aber da stand plötzlich ein Ticketverkäufer am Turm und wollte Eintrittsgeld für diesen Abschnitt kassieren. Wo ist unser Guide? Wir haben doch schon die Tickets bezahlt, er wollte doch auf dieser Seite auf uns warten… Nach 15 Minuten haben wir beschlossen, doch selbst zu zahlen (40Y), mal schauen was unser Hostel sagt, sie müssen dies doch zurückerstatten. Beim vorletzten Turm saß er dann und hat seine idiotische rote Fahne gewedelt. Er meint mit „Yes“, dass wir das Geld zurückbekommen. Dann kam noch die Hängebrücke, richtig gefährliches Gefühl wie sie hin-und herschaukelt, als wäre man betrunken. Hier wurden nochmal 5Y verlangt… da guckte er wieder doof, aber er bezahlte dann doch. Uns wurde klar, er machte diese Tour zum ersten Mal mit, er hatte keine Ahnung wie das hier ist.

Es geht immer weiter und weiter.....

Wir haben es geschafft – es war ein gigantisches Gefühl auf diesem unglaublichen Bauwerk zu wandern und ständig seine Ausmaße vor Augen zu haben!

Wir haben es bald geschafft - hinter uns ist Simatai
Die Hängebrücke am Ende des Abschnitts

Es war kurz nach 13 Uhr, auf geht’s zum Lunch. Beim Ausgang gab es eine Seilkonstruktion. Man konnte den Weg nach unten einfach abkürzen, indem man über den Fluß auf einem Seil runterrutscht. Kostenpunkt 40Y. Der Guide hat angeboten, wer möchte, dem bezahlt er die Fahrt, den anderen gibt er die 40Y (Eintritt Simatai) zurück. Jan hat sich abgeseilt – es war für ihn ein tolles Erlebnis sich frei fallen zu lassen und hinterher noch eine Bootsfahrt.

Nochmal ein Blick zurück - von dort sind wir gekommen
Jan macht sich den Weg nach unten einfach

Ich bin mit den Rucksäcken runtergelaufen. Dabei habe ich gesehen, dass der Guide sich auch abseilt. Nun habe ich nachgerechnet: Eintrittsgelder: 95Y – bezahlt haben wir aber 100Y pro Kopf. 9 Leute -> 9 x 5 = 45Y kann er einstecken, aus diesem Geld ist er runtergefahren. Denn 40Y sind für einfache Menschen schon sehr viel Geld hier. Also mindestens muss man das so auffassen, als wenn wir 40 Euro dafür bezahlt hätten. Ich finde es nicht korrekt, ich beschließe es dem Hostel zu sagen, die Tour war auch mit Reiseleitung angekündigt, und die Amis haben sich auch schon beschwert, dass wir kein Wort über die Mauer gehört haben, keine Erklärung, nichts. Nun aber auf zum Lunch. Natürlich mussten wir dafür nochmal 1 km laufen. Es war praktisch ein Einfamilienhaus mit Tischen. Im Hof, wo ich meine Hände gewaschen habe, sammelten sich in Eimern die Hühnerinnereien. Na wenigstens weiß ich, dass ich die nicht zu essen bekomme :-). Die Wirtin hat uns Bier angeboten. Aus Vorsicht (man lernt ja auf Reisen), fragte ich im Vorfeld, ob das Getränk inklusive sei, oder müsse man es selbst bezahlen. Guide zeigt mit dem Finger 1 und sagt „Okay, yes“. Alles klar. Wir hatten auf den Drehplattentisch mehrere Gerichte aufgetischt bekommen, die alle wahnsinnig lecker waren. (In China bestellt man gemeinsam mehrere Gerichte, und jeder darf sich von allen bedienen. Es ist sehr praktisch – so kann man viele Sachen probieren).  Irgendwann wurden wir mit dem Aufschrei von dem in der Ecke liegenden Guide unterbrochen: „Get in the car!“ (hm, er lernt Englisch wohl aus Ami-Action-Filmen :-). Wir standen auf, worauf die Wirtin kam, und wollte 5Y für die Getränke kassieren. Ich war froh, dass die Ami-Jungs das genauso sahen wie wir: es wurde gesagt ein Getränk ist inklusive, also zahlen wir nichts mehr. Alle sind zum Minibus gegangen und eingestiegen. Diskussion ging los, Telefoniererei… wir sind aber standhaft geblieben, und nach 10 Min. fuhren wir endlich doch nach Beijing. Für mich war die Sache somit erledigt, wir hatten unsere 5Y von den Eintrittsgeldern in Getränkeform wieder. Aber die Ami-Jungs haben sich an der Rezeption doch noch beschwert. Und das Ergebniss: ab dem nächsten Tag wurde auf der Tour-Beschreibung an der Hostelwand der Tourguide überklebt mit: „chinese speaking safety-guide“ 🙂

Als Belohnung gingen wir zur Fußmassage (35Y für 40 Min) – das war meine erste echte chinesische Fußmassagen-Erfahrung – und würde es schmerzhaft aber wohltuend beschreiben. Es wird nicht gestreichelt, sondern richtig bewußt – auch durch Schlagen – die entsprechende Punkte gedrückt und massiert. Aber nach der 3.-4. Massage sind die Punkte schon so gut bearbeitet, dass man keine Schmerzen mehr empfindet.

Vorbereitung für die wohltuende Fußmassage

Wir haben noch was am Abend gelernt: Niemals vom „English Menu“ essen – die Preise sind teurer als auf der chinesischen Karte. Als ich aber die chinesische Karte sehen wollte, hat sie mir die Kellnerin nicht gegeben. Schade, dass wir schon bestellt haben, das wäre ja der Moment gewesen, wo ich immer umdrehe und rausgehe – es gibt ja noch andere Läden wo man essen kann, ohne beschissen zu werden.

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3.Tag – Klatschend durch Beijing https://www.tripmunks.net/2010/06/3-tag-klatschend-durch-beijing/ https://www.tripmunks.net/2010/06/3-tag-klatschend-durch-beijing/#respond Tue, 22 Jun 2010 11:13:48 +0000 https://www.tripmunks.net/?p=42 Der letzte Tag in Beijing hat für uns gegen 8 Uhr angefangen. Ausgecheckt und Gepäck im Abstellraum verstaut. Wir haben gemütlich Dumplings (traditionelle chinesische Frühstücksknödeln mit Fleisch oder Gemüse gefüllt) gefrühstückt und in einem Teeladen Tee getrunken und Teeblätter-Kekse genascht. Danach ging es zur Parkanlage rund um den Tempel des Himmels. Es war Sonntag und […]

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Der letzte Tag in Beijing hat für uns gegen 8 Uhr angefangen. Ausgecheckt und Gepäck im Abstellraum verstaut. Wir haben gemütlich Dumplings (traditionelle chinesische Frühstücksknödeln mit Fleisch oder Gemüse gefüllt) gefrühstückt und in einem Teeladen Tee getrunken und Teeblätter-Kekse genascht.

Parkende Fahrräder vor dem Park

Danach ging es zur Parkanlage rund um den Tempel des Himmels. Es war Sonntag und bereits am Eingang gab es viele Menschen. Alle wollten in den Park, um sich zu entspannen – jeder auf seine eigenen Weise. Es war Wahnsinn, hier hat sich jeder locker gelassen, keiner hat sich geschämt: es wird gesungen, auf Instrumenten gespielt, getanzt, geturnt, akrobatisiert, Karten bzw. Domino gespielt, Opas häkeln, viele meditieren, Qi Gong Übungen machen… und um jeden einzelnen bilden sich Grüppchen, die begeistert mitmachen. Am beeindruckendsten war der freie Chor. Ein Mann hat sich hingestellt und hat dirigiert, und alle die wollten konnten mitsingen. Ich habe was ganz tolles gelernt: beim Laufen klatschen. Nicht oft, so bei jedem 10. Schritt. Es befreit irgendwie.

Tanzen mit Tennisschläger
Meditation
Tanz mit dem bunten Band

Fazit: Die Tempelanlage ist schön, aber hierher muss man wirklich am besten am Wochenende kommen. Es ist wirklich beeindruckend, wie die Leute hier entspannen. In Europa würde man einen verrückt erklären, wenn man im Park tanzt, geschweige denn sich hinstellt und singt.

Tempel of Heaven
Hier haben früher Riesen die Tore geschlossen
Himmelsaltar - Marmortreppen führen zum Mittelpunkt der Welt
Diesen Punkt hielt man früher den Mittelpunkt der Welt - und wer fühlt sich, als stände er im Mittelpunkt der Welt? 🙂

Danach ging es zum Lama-Tempel. Bereits in der U-Bahn-Station riecht man die Räucherstäbchen, und diese werden haufenweise verkauft. Nun kauften wir auch eine kleine Packung (2Y). Diese Anlage ist auch gut renoviert, aber mit Stäbchen anzünden war wohl nix, es gab zu viele Gläubige am Sonntag. Da haben wir uns doch lieber zurückgehalten.

Lama-Temple

Schnell ging es dann weiter zum Sommerpalast (ganz gut mit der neuen U-Bahn zu erreichen). Oh welch ein Wunder – Menschenmengen… macht nix, müssen wir durch, und zwar von Norden zum See runter. Nach dem Mauer-Trip am Vortag hatten wir tierischen Muskelkater – aber zur Pagode mussten wir zähnezusammenbeißend einige Hundert Treppen mal wieder hoch. Aber die Aussicht auf den See lässt die Schmerzen vergessen (oder wir redeten uns das ein).

Pagode in der Mitte des Sommer Palastes
Im Sommerpalast
Aussicht auf den Kunming-See

Im Garten der Harmonie haben wir Glück und erwischen ein kleines Konzert auf alten chinesischen Instrumenten und eine kurze Tanzvorführung.

Wir schlenderten dann in der Hutong-Gegend bis zur Verbotenen Stadt, wo wir in das Restaurant vom ersten Tag einkehren und Kung Pao Hähnchen essen. Zur Fußmassage sind wir dieses Mal in ein „eleganteres“ Studio eingekehrt, hier wollten sie uns zusätzlich unbedingt noch eine Fußcreme für 20Y aufdrehen. Wir haben uns aber standhaft geweigert, wofür wir böse Blicke ernteten, aber die Behandlung wurde doch gut durchgeführt.

Um 22.30 Uhr sind wir am Bahnhof (um 00.30 Uhr geht unser Zug nach Datong). Aber irgendwie komisch… auf der Anzeigetafel finden wir unseren Zug nicht. Wir fragen einen Angestellten, der auf den Abfahrtsort zeigt: Beijingxi (ein Zeichen mehr als Beijing – und steht natürlich für West). Ich Doofchen habe nicht darauf geachtet… aber im Vorfeld noch in Lonely Planet markiert: Der Zug nach Datong fährt vom anderen Bahnhof. Aber wie kommen wir hin?? Metro gibt es nicht mehr. Also Taxi. Ein junger Kerl fängt uns ab, und bietet uns die Fahrt für 100Y an. Komisch ist, dass eine Frau neben uns den Kopf schüttelt. Neee, neee, wir trauen ihm nicht. Wir stellen uns ganz normal beim Taxistand an, und werden in 25 Min für 31Y mit Taxameter zum anderen Bahnhof kutschiert. Bahnhofsbereich für den Zug ist schon überfüllt, aber wir finden noch 2 Plätze.

Wir haben Hard-Sleeper gebucht. In China gibt es: Hard-Seater, Soft-Seater, Hard-Sleeper und Soft-Sleeper. Soft-Sleeper ist wie First-Class, können sich nur Wohlhabende leisten, es liegen 4 Personen in einem zuschließbaren Abteil. Hard-Sleeper ist auch noch was besseres: hier liegen 6 Personen in einem Abteil, aber die vielen Abteile in dem Wagen sind offen. 20 Minuten vor Abfahrt wurde man in den langen Zug geboardet. Die Bahn ist in China ist was richtig Hochoffizielles. Jeder Wagen hat 1-2 eigene Schaffner, diese nehmen die Karten entgegen und bekommt man dafür eine Plastikkarte. Kurz bevor man aussteigen muss, bekommt man die originale Karte wieder und gibt man die Plastikkarte ab. Auf dieser Weise kann man die Station gar nicht verfehlen. Die Schaffner und die Bahnhofangstellten salutieren immer dem Zug, auf Uniform und Haltung wird immer penibel geachtet.

Hardsleeper-Abteil

Und wie war unserer Nacht im Hardsleeperbereich? Rauchig. Man bekommt ja frische Bettwäsche (Kissen, Decke, Laken), man kann gut schlafen: aber wie gesagt, der Gang ist offen. Und die nervigste Sache in China Nr. 3 (zu Nr. 1 und Nr. 2 komme ich noch) ist das Rauchen. Nur Männer rauchen, aber auf eine rücksichtslose Weise, die ich noch nirgendwo auf der Welt erlebt habe. Überall, selbst in überfüllten Zügen, Bussen, Wartehallen, Restaurants, direkt ins Gesicht der schon wedelnden Freundin. Und die Leute sagen nichts. Auch wenn das Rauchen ausdrücklich durch Schilder verboten ist: sie rauchen und niemand sagt was dagegen. Dementsprechend schläft man praktisch in einer Rauchwolke bei Hardsleeper. Dieses Erlebnis hat uns gezeigt, dass wir bei der Wahl der Klasse doch auf Softsleeper umsteigen müssen, das mit dem Rauch müssen wir uns echt nicht antun.

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4.Tag – Hängendes Kloster und die Yungang-Höhlen https://www.tripmunks.net/2010/06/4-tag-hangender-kloster-und-die-yungang-hohlen/ https://www.tripmunks.net/2010/06/4-tag-hangender-kloster-und-die-yungang-hohlen/#respond Mon, 21 Jun 2010 16:57:23 +0000 https://www.tripmunks.net/?p=106 Um 7 Uhr sind wir in Datong angekommen. Wie ich schon in der Bibel (Lonely Planet) gelesen habe, stand der Herr von dem staatlichen Reiseveranstalter am Bahnhof und wartete auf mögliche Kundschaft. Wir haben zugeschlagen, denn diese Tour ist die einzige Möglichkeit beide Sehenswürdigkeiten an einem Tag zu besuchen. Aber die Preise sind in die […]

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Um 7 Uhr sind wir in Datong angekommen. Wie ich schon in der Bibel (Lonely Planet) gelesen habe, stand der Herr von dem staatlichen Reiseveranstalter am Bahnhof und wartete auf mögliche Kundschaft. Wir haben zugeschlagen, denn diese Tour ist die einzige Möglichkeit beide Sehenswürdigkeiten an einem Tag zu besuchen. Aber die Preise sind in die Höhe geschossen, die Eintrittsgelder sind viel teurer geworden. 330Y (100Y+130Y Eintritt, die 100Y waren für Transport + Lunch). Es war interessant, dass der Herr als er meinen Reisepass sah (die Passdaten werden ich China immer und überall ausführlich abgeschrieben oder eingescannt), gleich gesagt hat, dass die Ungarn aus der Gegend von Datong Richtung Europa gewandert sind. Datong ist ja schon an der Grenze der Inneren Mongolei.

Zum Frühstück gehen wir zu einem Dumpling-Straßenrestaurant. Um 9 Uhr ging es los mit unserer Reiseleiterin, die so eine ähnliche Sprache wie Englisch sprach 🙂

Dumplings - traditionelles chinesisches Frühstück
Und so werden sie gemacht...
In den Körben werden sie gedämpft

Das hängende Kloster ist ein unglaubliches Baukunstwerk. Das Gebäude wird tatsächlich nur von den Stäben/Stangen gehalten und klebt praktisch an der Felsenwand. Es ist alles so eng und hoch – richtig schwindelerregend.

The Hanging Monastery
Der Gang war so eng - und links nur eine schmale Höhle für die Buddha-Statuen
Eine Buddha-Statue

Unser Mittagessen haben wir in einem an Werkskantine erinnernden Restaurant eingenommen. War recht gut das Essen, über die Toiletten hingegen möchte ich nicht reden…

Leckeres Mittagessen (Mangold, Schweinefleisch mit Anis, Kartoffelbällchen mit Bohnen und Dateln gefüllt usw.

Die Yungang-Grotten mit den riesigen Buddha-Statuen waren aber richtig beeindruckend. Leider wurde dieser Besuch mal wieder mit einem Abzock-Versuch überschattet. An dem Parkplatz angekommen, sagte die Reiseführerin (rundherum eine riesige Baustelle), dass wir nun auf Minibusse umsteigen müssten, weil der Eingang 2km entfernt sei. Dies kostet extra 10Y. Ich bin stutzig geworden und habe gleich zu diskutieren angefangen, denn wir hatten alles bezahlt und nun plötzlich das. Das andere deutsche Mädchen auch mit. Die Spanier konnten keinen Englisch, der Ami und der Franzose wollten sich nicht einmischen. Da ich keine weitere Unterstützung bekam, habe ich es gelassen. Hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen und lieber loslaufen, denn mit den Minibussen wurde lediglich die Baustelle umfahren, und man konnte schön beobachten, dass der Eingang tatsächlich nur 600m entfernt gewesen wäre. Ich war stinksauer, habe wieder angefangen, jetzt haben aber die Spanier auch ihre Zähne gezeigt. Nun hat die Reiseleiterin nur noch gestottert, plötzlich wusste sie nicht mehr wie weit tatsächlich der Eingang ist – mein Gott, sie macht doch die Tour mindestens einmal die Woche, wie blöd sehen sie uns denn?!?!? Nun hat sie anscheinend eingesehen, dass sie mit ihren Kumpels nicht durch uns extra Geld verdienen kann und versprach, dass wir 5Y zurückbekommen, wenn wir zurücklaufen. Dies ist auch so geschehen.

Buddha und wir
Einer der riesigen Buddhas
Hello Buddha
Küsschen für Buddha

Übrigens diese riesige Baustelle neben dran, dort bauen sie so eine Art Mini-Verbotene Stadt hin, eine Tempelanlage. Auf die Frage, was das wird, erklärte sie uns, dass dort eine Tempelanlage aus der DingDong-(oder wie auch immer)-Dynastie stand, aber in dem Krieg sie ja zerstört wurde, und nun wird sie neu aufgebaut. Bei welchem Krieg denn? – Es gab viele Kriege in China, in einem von denen – hieß die Antwort und es ging weiter mit der Besichtigung der Grotten. Hmm, ist aber irgendwie komisch, die riesige Tempelanlage wurde zerstört, aber die riesigen Buddha-Statuen blieben unversehrt… Unser Urteil nach dem Urlaub ist, dass die Chinesen den Tourismus als wichtigen Wirtschaftszweig entdeckt haben und natürlich müssen die Touristen mit Sehenswürdigkeiten (je größer umso besser) angelockt werden, in diesem Fall um die Attraktion der Grotten noch größer zu machen. Und das gleiche passiert auf einer riesigen Baustelle in der Innenstadt von Datong, wo eine kleine Klosteranlage auf das 5fache erweitert wird. Wie gesagt: der chinesische Tourismus boomt. Und wenn eine Stadt keine Sehenswürdigkeiten hat, dann baut sie sich welche. Ich wage es zu behaupten, dass in paar Jahren sieht man die meisten Sehenswürdigkeiten total aufgepusht. Schade.

Hier entsteht gerade Chinas zukünftige weltberühmte antike Tempelanlage

Wir sind in Datong Innenstadt noch Spazieren und Essen gegangen, wo wir, wie schon erzählt, von den Einwohner richtig angestarrt wurden. Und um 23.00 Uhr ging es weiter mit dem Nachtzug (dieses Mal Softsleeper) nach Pingyao.

Bahnhofsanzeige in Datong

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5.Tag – Willkommen im realen China https://www.tripmunks.net/2010/06/5-tag-willkommen-in-der-realen-china/ https://www.tripmunks.net/2010/06/5-tag-willkommen-in-der-realen-china/#respond Sun, 20 Jun 2010 17:40:00 +0000 https://www.tripmunks.net/?p=122 Softsleeper/FirstClass hin oder her, ich habe früh definitiv Flohbisse am Bein. Aber geweckt hat mich etwas anders bzw. die ganze Nacht den tiefen Schlaf geraubt: Schnarchen. Und ich habe die guten Hansaplast-Ohrenstöpsel mitgehabt – die reichen aber gegen chinesisches Schnarchen nicht aus. Schnarchen ist anscheinend auch so eine Art Tradition, die alle eifrig pflegen und […]

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Softsleeper/FirstClass hin oder her, ich habe früh definitiv Flohbisse am Bein. Aber geweckt hat mich etwas anders bzw. die ganze Nacht den tiefen Schlaf geraubt: Schnarchen. Und ich habe die guten Hansaplast-Ohrenstöpsel mitgehabt – die reichen aber gegen chinesisches Schnarchen nicht aus. Schnarchen ist anscheinend auch so eine Art Tradition, die alle eifrig pflegen und ausleben. Ich habe noch nie solches intensives und lautes Schnarchen erlebt wie dort– es geht so richtig durch Mark und Bein. Und sie Schnarchen nicht wie normale Männer, also wenn sie auf dem Rücken liegen, nein, sie schnarchen auch auf dem Bauch, auf der Seite – ganz egal wie sie liegen. In Shanghai in Dorm-Zimmer (Gemeinschafts-Hochbett-Zimmer) hatte ich einen Schnarcher, da hat nicht mal ohrenbetäubende Guns ’n Roses durch den MP3-Player geholfen. Das Schnarchen hat man oft sogar durch die Wände gehört – und das war wirklich sehr nervig.

Das Harmony Hostel in Pingyao haben wir noch von Datong aus reserviert, wir werden hier also am Bahnhof erwartet und mit einer Motor-Rikscha zum Hostel gefahren.

Motor-Rikscha

Erfrischende Fahrt durch die Innenstadt, die aber tagsüber für alle Verkehrsmittel gesperrt ist. Wir können unser Zimmer gleich beziehen und schlafen erstmal eine Runde.

Unser Wand-zu-Wand-Bett mit Teetischchen

Danach schlendern wir über die Straßen in der Altstadt von Pingyao. Sehr schöne Gebäude, die mittlerweile zum Versorgen der Touristen dienen (Läden, Gaststätten, Unterkünfte). Die Innenstadt ist autofrei, man kann schön spazieren gehen und in Ruhe alles angucken. Trotz 450.000 Einwohner hat sich die Innenstadt innerhalb der Stadtmauern ihren dorflichen Charme behalten.

Altstadt Pingyao

Wir haben bereits nach den wenigen Tagen unser Hirn umgestellt. Alles was über 20Y ist, ist eigentlich teuer. Wir rechnen nicht mehr in Euro um, sondern haben ein Gefühl bekommen, wie die Einheimischen die Preise einschätzen und für was wieviel zahlen würden. Aber man wird ständig belagert, ständig zum Kaufen animiert – und dies nervt auch nach einer Zeit. Die Chinesen verstehen kein NEIN. (Sie selbst sagen es auch nie nein, gilt unhöflich direkt nein zu sagen, sie sagen einfach bloß, dass sie es sich noch überlegen werden). Dementsprechend verstehen sie auch nicht, dass wenn man NO sagt, dann meint man auch NO. Und dementsprechend werden wir in Pingyao bei unseren Spaziergängen in Sekundentakt angesprochen.

Ja, China ist ein modernes Land!

Beim Spazierengehen muss man aufpassen, nicht in die ein oder andere frische Spucke zu treten. Eigentlich ist das Spucken eine ganz natürliche, reinigende Gewohnheit der Chinesen. Und dementsprechend hat auch einen traditionellen Ablauf. Man fängt an und sammelt sich von unten bis oben den Schleim im Hals mit ohrenbetäubenden Gurgeln und Kratzen auf und spuckt abschließend einfach vor die Füße (unabhängig davon, ob man sich in einem Laden, im Bus oder auf der Straße befindet). Wenn die erste Ladung nicht zufriedenstellend war, dann wird das ganze Prozess nochmal 2 bis 3mal wiederholt. Diese Reinigungsmethode wird mit Vorliebe gleich nach dem Aufstehen angewendet. Es ist natürlich für uns Langnasen gewöhnungsbedürftig in einem Hostel davon geweckt zu werden, dass der Nachbar im Nebenzimmer gerade seine morgendliche Schleimausscheidungsprozedur durchführt.

Spaziergang auf Pingyaos Straßen

Am Nachmittag haben wir uns zwei Fahrräder genommen und sind zu dem 7 km einfernten (buddistischen) Shuanglin Tempel geradelt. Abgesehen von dem windigen Wetter, wurde die staubige Hauptstraße im Sekundentakt mit Schwarzkohle liefernden LKWs befahren. Zum Glück haben wir Mundschutz mitgehabt, trotzdem wollt ihr euch nicht vorstellen wie unsere Handtücher nach dem gründlichen Waschen am Abend aussahen. Und das ist was normales in China – täglich fahren Millionen von Fahrrad- und Motorroller- (normalerweise die ganze Familie auf einem gemeinsamen Motorrad!!! Alle ohne Helm selbstverständlich.) unter solchen Verhältnissen.

Abfahrt zum Tempel
Jan am Tempeleingang - noch mit Mundschutz

Der Tempel war nicht restauriert, die alte Farbe hatte er längst verloren und alles war mit Staub bedeckt. Aber genau deshalb war es interessant zu sehen, wie sowas aussieht, was durch das Tourismusamt noch nicht auf Hochglanz gebracht wurde. Der Vorteil war natürlich, wir waren praktisch alleine in der Anlage.

Zurück in die Stadt sind wir in ein Haus eingekehrt, wo „Foot Massage“ angeschrieben war. Da dies nicht direkt in der Innenstadt war, dachten wir, probieren wir hier unser Glück. Wir haben wie immer mit Händen und Füßen vereinbart: wir bekamen 30 Min Fußmassage und 15 Min Oberkörpermassage für 40Y. Beide Behandlungen waren gut. Als wir ankamen, war nur die Mutter da, und sie rief dann die Tochter an, sie kam dann dazu, damit wir parallel behandelt werden können. Aber das Interessante war natürlich was sich die ganze Zeit abgespielt hatte. Wir befanden uns im Lebensraum der Familie. Dieses Zimmer ging auf die Straße und nach Hinten in den Hinterhof, wo sie anscheinend auch noch andere Zimmer zum Vermieten hatten. Aber sie lebten in diesem Durchgangszimmer, und man muß dazu sagen, sie lebten auf keinen Fall unter armen Verhältnissen. Die andere Tochter hat während unserer Anwesenheit ihr Baby gestillt. Man muß wissen, in China haben die Kinder (bis auf Beijing und Shanghai) keine Windeln, geschweige denn Pampers. Sie tragen alle ihre Trainings- oder Schlafhosen, die im Schritt komplett aufgeschnitten sind. Dadurch kann das Kind jeder Zeit überall pinkeln, ohne die Klamotten nass zu machen. Die ersten Schritte dieser Erziehung haben wir bei dieser Familie kennengelernt. Nach dem Stillen hat das Baby angefangen zu pinkeln, worauf die Mutter das Kind vor sich hin gehalten hat, damit es ruhig in die Mitte des Raumes machen kann (man macht sich mit Aufwischen keine Mühe, bei der Wärme trocknet ja das bisschen Wasser eh schnell auf), und macht dabei ein „SSSSCCCCHHHH“ Ton. Dabei lernt das Baby, dass immer wenn „SSSSCCCCCHHHH“ gesagt wird, muss Pipi gemacht werden. Ansonsten ist für Kinder erlaubt, jeder Zeit egal wo zu pinkeln: vor einen Laden, an der Bushaltestelle oder gar direkt im Bus (es gibt ja hier doch mal einen Wischmop meistens… wenn nicht, dann wir halt auch mal die Tasche von Reisenden reingestellt… ist ja alles nicht so wild). Aber meistens werden die Kinder vor dem Einsteigen in den Bus über einen Eimer oder an einen Baum/Grünfläche gehalten und mit „SCH“ animiert. Tja, und für größere Sachen gilt die gleiche Regel… schön ist natürlich, wenn der Vater doch mit einem Schaufel hinterherläuft und das Ganze dann doch von der Straße räumt. Nicht gerade einfach ist mit den Reinigungsarbeiten, wenn das Kind beim Sitzen auf dem Schoß der Mutter mitten im Stadtbuses das Bedürfnis ereilt…

bei den Sachen der Erwachsenen geht die Entsorgung schon wesentlich moderner...

So haben wir die ersten „ländliche“ und wahren Eindrücke von China gesammelt…

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6.Tag – Entspannungstag https://www.tripmunks.net/2010/06/6-tag-entspannungstag/ https://www.tripmunks.net/2010/06/6-tag-entspannungstag/#respond Sat, 19 Jun 2010 17:52:03 +0000 https://www.tripmunks.net/?p=124 Unsere erste Nacht in Pingyao war erholsam, trotzdem haben wir uns für den Tag außer Sightseeing und Shoppen – und natürlich leckeres Essen nichts vorgenommen. In Wahrheit sind wir hier stecken geblieben und mussten auf unsere Zugtickets warten. Man bekommt von Pingyao zu Xian (nächstes Ziel) nicht so leicht Softsleeper-Karten, und wir waren auf unsere […]

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Unsere erste Nacht in Pingyao war erholsam, trotzdem haben wir uns für den Tag außer Sightseeing und Shoppen – und natürlich leckeres Essen nichts vorgenommen. In Wahrheit sind wir hier stecken geblieben und mussten auf unsere Zugtickets warten. Man bekommt von Pingyao zu Xian (nächstes Ziel) nicht so leicht Softsleeper-Karten, und wir waren auf unsere Hostelfrau angewiesen, die sie für uns besorgen wollte. Und natürlich ist es für sie besser, wenn die Gäste noch eine Nacht länger bleiben, deshalb haben wir mit zwei Nächten einen Tag zu viel in Pingyao verbracht.

Wir haben in einem kleinen Restaurant ein kaltes Pfannkuchen ähnliches Gebäck gegessen. Die Frau hat uns kostenlos noch Suppe angeboten. Sie war einfach mit geriebenen Nudeln gemacht, ansonsten ohne jeglichen Geschmack.

Vormittag gingen wir nochmal in unseren Teeladen, wo wir am Vortag schon eingekehrt und Ginseng- und Jasmin-Tee gekostet haben. Heute waren Schwarz- und Grüntee dran. Die Inhaberin war unglaublich nett (auf keinen Fall aufdringlich) und hat mit uns ein bisschen englisch gesprochen. Sie hat erzählt, dass sie seit 10 Jahren ihren Laden betreibt, und erst dieses Jahr in diesen großen Laden gezogen ist. Sie hat bereits für die nächsten 10 Jahre ihre Pacht bezahlt, so war es günstiger (monatlich ca. 2000Y). Ihre 6-jährige Tochter wächst bei ihren Eltern auf dem Land auf. Sie und ihr Mann arbeiten 7 Tage die Woche von 6 Uhr bis 23 Uhr in ihrem Laden und sehen die Tochter nur in den Ferien. Urlaub können sie keinen machen. Sie schätzt sich aber sehr glücklich, weil sie ihren Laden und ihre Arbeit liebt. Sie – wie viele andere Chinesen auch – hat unsere Uhren bewundert. Nur ganz wenig Chinesen tragen Uhren – na gut, heutzutage haben sie es leichter, denn Handy hat fast jeder.

Unser Lieblingsteeladen (den Duft dort kann ich leider nicht einfügen...)

Uns ist schon von Anfang an aufgefallen, dass alle Chinesen mit Getränkebehältern (die meisten sehen aus wie Kunststoff-Thermoskannen, wieder andere wie Nuckelflaschen) rumlaufen. Diese sind immer mit Tee oder mit einfachem heißen Wasser gefüllt. Heißes Wasser bekommt man überall kostenlos (Bahnhöfe, Läden, Restaurants). Und so haben wir uns für 25Y auch einen schönen Kunststoffebehälter für Tee geholt. Ab sofort haben wir statt Wasser Tee dabei gehabt. Man bestellt in den Restaurants auch kein Getränk, sondern lässt einfach die Kanne frisches heißes Wasser auffüllen und trinkt den eigenen Tee. Und wir haben natürlich auch leckeren Jasmin-Tee gekauft.

Unser Teebehälter im Einsatz - und Straßenszene in Pingyao

Zum Mittag gab es die Pingyao-Röllchennudeln in Chilisauce getunkt.

Am Nachmittag haben wir Ganzkörpermassage auf das Zimmer bestellt. Pünktlich kamen die zwei Damen, wir legten uns auf unser großes Wand-zu-Wand-Bett und sie fingen an uns von oben nach unten zu massieren. Sehr bald hat sich herauskristallisiert, dass die eine bei Jan eine richtig professionelle Masseurin war, aber meine hatte keine Ahnung was sie so tut. Nachdem die 1 Std. abgelaufen war, bin ich zum Zahlen zu unserer geschäftstüchtigen Hostelfrau gegangen und habe mich beschwert. Sie fragte mich, wer war nun gut und wer schlecht. „Oh ja, klar doch, weil die eine ja eine gelernte Masseurin ist, und die andere nicht.“ Mir war klar, dass ich nach so einer arroganten Antwort mit jeglicher weiteren Diskussion nicht weiterkomme bzw. wenn wir endlich unsere Zugtickets hätten, dass würde ich es auf Streit anlegen. Aber im Moment sind wir abhängig von ihr (Ich hasse das!), also habe ich einfach die 2mal 60Y bezahlt und bin ohne Reaktion weggegangen.

Am Abend saßen wir vor dem Hostel (Bier getrunken und Reiseberichte geschrieben), da kam ein Obstverkäufer mit seinem Fahrrad vorbei. Hatte frische Bananen dabei. Ich zeigte ihm 2, daraufhin gab er mir 7 Bananen – ich guckte verwirrt, zeigte nochmal (mit Daumen und Zeigefinger) 2. Er nickte. Da kam uns die eine Aushilfe von unserem Hostel zur Hilfe: Daumen+Zeigefinger bedeuten in China 7. 2 wird mit Zeigefinger und Mittelfinger gezeigt. Und so haben wir dann von ihr das richtige Zeigen der Zahlen gelernt, das für die weitere Reise sehr hilfsreich war. Es gibt in China übrigens ganz viel Obst. Überall verführerische Wassermelonen, Birnenapfel, Kirschen usw. Aber am liebsten habe ich gekochte Maiskolben gegessen… ich kann nichts dafür, als Ungarin habe ich eine Schwäche für das Zeug 🙂

Chillen vor unserem Hostel

Highlight des Tages: Am Abend gingen wir ins Theater. Unsere nette Teefrau hat uns von dem örtlichen Theater erzählt, wo abends ein musikalisches Stück über die Geschichte von Pingyao aufgeführt wird. Sie ist mit uns hingegangen, hat uns rumgeführt und verbilligte Karten besorgt. Wir haben bei der Vorstellung nichts verstanden, es war trotzdem lustig, mit den bunten Farben, mit den schrillen Tönen – und einfach zu sehen wie sich die anderen chinesischen Zuschauer amüsieren. Sie lieben es mitzumachen, auf die Bühne zu gehen, auch wenn sie sich bis auf die Knochen blamieren.

Theatervorführung

Zum Essen gingen wir zu unserem Lieblingsrestaurant.  Ganz klein nur mit 5 Tischen, aber die Inhaberin/Kellnerin super nett und das Essen ein Traum – klar doch, die Schürze des Kochs war sehr verdreckt. Es gab kalte Obstsuppe, dann panierte Bohnen und noch weitere Leckereien.

Nächtliche Beleuchtung

Ansonsten hat Jan mittlerweile viele kleine Beulen am Kopf – die Türrahmen sind hier einfach nicht auf seine Größe geschnitten. (Es war schon witzig in der Metro, wir konnten praktisch immer über die Köpfe hinweggucken, und die Dinger zum Festhalten hingen auch eher in unserer Schulterhöhe). Und da gibt es ja noch die bösen Geister: sie können nicht ins Zimmer, wenn die Schwelle hoch ist, denn sie haben keine Knie. Deshalb sind alle Schwellen mind. 20 cm hoch, da können die Geister nähmlich nicht rüber. Wenn also Jan durch eine Tür geht, muss er seinen Kopf beugen und gleichzeitig seine Kniee heben. Es ist schon anstrengend immer an diese Hindernisse zu denken!

Und wir warten immer noch auf unsere Zugtickets – wir werden immer auf später vertröstet.

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7.Tag – Tag des Wartens https://www.tripmunks.net/2010/06/7-tag-tag-des-wartens/ https://www.tripmunks.net/2010/06/7-tag-tag-des-wartens/#respond Fri, 18 Jun 2010 17:56:34 +0000 https://www.tripmunks.net/?p=154 Oh, welch ein Wunder, wir haben nun unsere Zugtickets in der Hand. Ohne Beschaffungskosten! Oder sind sie doch wegen der miserabelen Massage kostenlos besorgt worden??? Sonst liegen die Besorgungskosten zwischen 30-50Y. Nie wieder lasse ich uns Tickets von einem Hostel besorgen und sollen diese noch so schwer am Bahnhof zu erhalten sein! So, und was […]

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Oh, welch ein Wunder, wir haben nun unsere Zugtickets in der Hand. Ohne Beschaffungskosten! Oder sind sie doch wegen der miserabelen Massage kostenlos besorgt worden??? Sonst liegen die Besorgungskosten zwischen 30-50Y. Nie wieder lasse ich uns Tickets von einem Hostel besorgen und sollen diese noch so schwer am Bahnhof zu erhalten sein!

So, und was machen wir denn den ganzen Tag bis um 23 Uhr unser Zug abfährt? Das gleiche wie in den letzten 2 Tage… einfach das Leben auf den Straßen beobachten.

Tanzende Menschen früh am Morgen an der Stadtmauer von Pingyao
Frühstück: Tofu, Rührei und Pfannkuchen

Mein bestes Gericht während der Reise war zum Mittag im Lieblingsrestaurant: Lotuswurzeln süß-sauer. Göttlich, wir müssen unbedingt gucken, dass wir hier an Lotuswurzel kommen.

Hauptstraße von Pingyao von oben

Wir haben festgestellt, dass auch hier, nicht nur in den Großstädten gibt es Pärchen die Pärchen-T-Shirts trugen – beide haben das gleiche T-Shirt an. Ist irgendwie putzig. Aber das beste ist, wenn die Jungs die Handtasche der Freundin tragen, anscheinend ist das bei den heutigen Jugendlichen das Zeichen der Ehre. Wir haben aber definitiv kein Pärchen gesehen, das sich vor der Öffentlichkeit geküsst hätte. So viel Zärtlichkeit ist anscheinend tabu.

Ein Handtaschenträger mit Freundin(nen)
Pärchen-T-shirt

Am Abend gab es einen Riesenteller gebackene Bananen.

Wir haben am Abend noch einen Trauerzug beobachtet. Lange Autokolonne (nur mit Männern). Anscheinend war der Verstorbene ein Koch oder Bäcker, denn viele in solchen Kleidungen sind vor den Autos gelaufen. Es gab auch viele Kränze, aber alles nur aus Plastikblumen und sehr groß. Die Frauen kamen in Sammeltaxis zum Schluss, alle hatten einfaches weißes Leinengewand an und haben klagend geweint.

Autos mit den Kränzen
Trauerzug

Es ist auch noch ein Holländer mit Fahrrad angekommen – er war irgendwie vor Dreck gar nicht zu sehen. Ob er von Anfang an, wußte worauf er sich einlässt, wenn er an chinesischen Landstraßen entlang fährt… ich hatte meine Kostprobe, und möchte mit ihm auf keinen Fall tauschen, auf dieses Erlebnis verzichte ich gerne.

In dem Lokal lief immer schöne entspannende Musik mit chinesischem weiblichen Gesang. Wir fragten die Inhaberin, was das für eine Musik sei. Sie führte uns zu einem anderen Geschäft in der Straße, wo ein Typ in Bob Marley T-Shirt offiziell Raubkopien angefertigt und verkauft hat, so haben wir als Souvenir eine echte raubkopierte chinesische Musik-CD für 20Y erworben 🙂

Wir haben die Innenstadt von Pingyao um 22 Uhr auf einer unbeleuchteten Motor-Rikscha verlassen, wurden aber von der Fahrerin heil am Bahnhof für 6Y abgesetzt.

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8.Tag – Die Terrakotta-Armee https://www.tripmunks.net/2010/06/8-tag-die-terrakotta-armee/ https://www.tripmunks.net/2010/06/8-tag-die-terrakotta-armee/#respond Thu, 17 Jun 2010 11:51:43 +0000 https://www.tripmunks.net/?p=194 Die nächtlichen 9 Stunden Zugfahrt waren schnell vergangen, wir haben beide gut geschlafen… bis wir dann natürlich von außen kommenden Gurgel-Spuck-Geräuschen geweckt wurden. Wir haben im Vorfeld das Hostel Xingzhinmen in Xian reserviert und Free-Pickup vom Bahnhof wurde uns versprochen. Das riesige Courtyard-Gebäude war wie ein Hotel, schön und geschmackvoll eingerichtet (130Y/Nacht). Wir konnten unser […]

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Die nächtlichen 9 Stunden Zugfahrt waren schnell vergangen, wir haben beide gut geschlafen… bis wir dann natürlich von außen kommenden Gurgel-Spuck-Geräuschen geweckt wurden. Wir haben im Vorfeld das Hostel Xingzhinmen in Xian reserviert und Free-Pickup vom Bahnhof wurde uns versprochen. Das riesige Courtyard-Gebäude war wie ein Hotel, schön und geschmackvoll eingerichtet (130Y/Nacht). Wir konnten unser Zimmer gleich beziehen und uns auf den Weg zum Bahnhof machen. Xian ist eine riesige moderne Stadt, ein Handy-Laden folgt dem anderen, dazwischen viele Banken und Klamottenläden. Und ganz wichtig: Hochzeitsläden. Diese sind irgendwie nicht einfach Brautkleidläden (umfassen ca. 4 Stockwerke), sondern so richtig mit Hochzeitsmanagment usw. Alles deutet darauf hin, dass die jungen Paare sehr viel Geld in die Hochzeit investieren. Also wenn wir auswandern, werden wir in China ein Hochzeitsgeschäft aufmachen und bieten ganz viele westliche Bräuche an, darauf stehen sie. Wir wollten noch unseren Traveller-Check einlösen, aber bei ca. 1 Stunde Wartezeit haben wir uns beim besten Willen nicht angestellt. Übrigens habe ich im Vorfeld wegen ATMs recherchiert. Es hieß, man könnte nur in den Großstädten in bestimmten großen Banken Geld abheben. Diese Info ist im sich rasant entwickelnden China mittlerweile veraltet. Es gab überall ATMs, jede Stadt verfügt mitterweile mindestens über ein Geldautomaten, und dies ist der schnellste und günstigste Weg (über DKB kostenlos) an Geld zu kommen.

Wir hätten die Tour zur Terrakotta Armee (liegt ca. 20 km außerhalb von Xian) natürlich auch über das Hostel buchen können, wie es sich aber für eine echte Backpacker gehört, nehmen wir die abenteuerliche (und günstigere) Variante – wir steigen am Hauptbahnhof in den öffentlichen Bus. Die Fahrt dauert 1 Stunde und kostet 11Y. Wir werden direkt beim Eingang abgesetzt.

Kraftwerk in mitten des Wohnviertels

Das Gelände ist riesig, man muss eine Weile laufen, bis man zu den 3 Hallen kommt. Halle 1: die größte von den drei Hallen, hier sind die Soldaten „hautnah“ zu bestauen. Es ist wirklich Wahnsinn – sie sehen alle unterschiedlich aus.

Die große Halle
Die einzelnen Soldaten sind unterschiedlich
Ein Soldat aus der Nähe

Halle 2 und Halle 3 sind wesentlich kleiner. Hier haben sie viele noch gar nicht ausgegraben, denn sie suchen eine Methode, dass die Terrakotta-Figuren nicht ihre Farben kurz nach der Ausgrabung verlieren.

Halle3 ist noch nicht vollständig ausgegraben
In original Farben

Zurück in der Stadt haben wir uns in das Moslem-Viertel gestürzt, um endlich was zum Essen bekommen. Hier gibt es ganz andere Gerichte, als wir bisher gewohnt waren. Wir schlendern in den Marktgassen, beobachten die Garküchen und Straßenverkäufer. Hier gibt es die ersten Käfige mit Singvögeln.

Wir lecken Eis - die Chinesen lutschen am Scheinefuß
Eine typische Garküche

Wir wissen ja mittlerweile, dass die Süßigkeiten nicht richtig süß, sondern auch salzig sind, also entscheiden wir uns für Bananentaschen als Nachmittagssnack– die gab es aber nur bei McDonalds (westliches Essen war während unserer Reise Tabu, Hamburger und Co. erst recht, aber Bananentaschen kriegt man hier in Westen ja nicht. Und sie waren echt lecker für 7Y/2 Stk.)

Ah und nochwas: wir haben nirgendwo / keinen einzigen Glückskeks gesehen – es gibt in China keine Glückskekse (siehe Wikipedia)!

Am Abend gab es Dumpling-Party im Hostel. Wir haben unsere Fleisch-Teig-Taschen selbst gemacht und gegessen. Sind ganz lecker geworden.

Dumplingparty

Danach sind wir noch für einen Spaziergang raus, um einige Nachtbilder zu schießen. Das Südtor an der Stadtmauer war wunderschön beleuchtet. Es herrscht reges Nachtleben in Xian, und wir standen wieder mitten drin in einer öffentlichen Tanzveranstaltung, wo einfach die Musik angemacht wird und jeder tanzt wie er/sie es mag.

Xian - Süd-Tor beleuchtet

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9.Tag – Ein heißer Tag in Xian https://www.tripmunks.net/2010/06/9-tag-ein-heiser-tag-in-xian/ https://www.tripmunks.net/2010/06/9-tag-ein-heiser-tag-in-xian/#respond Wed, 16 Jun 2010 16:24:38 +0000 https://www.tripmunks.net/?p=201 Die Nacht werden wir immer wieder daran erinnert, dass wir sehr wohl in China sind: Türen werden ständig zugeschlagen, lautes Gerede und Gelächter in den Gängen – Einschlafen war bis 2 Uhr praktisch unmöglich, vor allem weil unser Zimmerfenster (das wegen Luft offen bleiben musste) zum Innenhof ging. Es hängen ja auch überall Schilder: „Please […]

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Die Nacht werden wir immer wieder daran erinnert, dass wir sehr wohl in China sind: Türen werden ständig zugeschlagen, lautes Gerede und Gelächter in den Gängen – Einschlafen war bis 2 Uhr praktisch unmöglich, vor allem weil unser Zimmerfenster (das wegen Luft offen bleiben musste) zum Innenhof ging. Es hängen ja auch überall Schilder: „Please be quite, and don’t stay here after 22 o’clock“. Trotzdem versammeln sie sich auf den Gängen und schreien rum als wären sie zu Hause. Wer? Die Jugend von China. Es entsteht eindeutig eine Schicht von „gebildeten“ jungen Chinesen, die sich das Reisen leisten können. Und verbringen ein Wochenende irgendwo in ihrem Land, und übernachten in Hosteln, die ja billig, trotzdem von guter Qualität sind. Gebildet hin oder her – ihr Verhaltensmuster ist typisch chinesisch geblieben: laut und rücksichtslos.

Die Krönung war unser Weckdienst. Pünktlich um 6 Uhr wurden wir von lautem Schmatzen und Schlürfen geweckt, saßen nämlich schon die ersten vor unserer Tür und frühstückten Nudelsuppe.

Übrigens Schmatzen und Schlürfen ist echt nicht unhöflich. Es ist ja normal, wie will man denn sonst mit Stäbchen eine Suppe gegessen bekommen, geht ja gar nicht anders. Aber bitte warum vor unserer Tür, wenn es auch einen Speisesaal gibt? Man muss es nicht verstehen.

In dem kleinen Tempel neben userem Hostel
The Belltower im Zentrum - im Hintergrund sieht man das Einkaufszentrum, wo wir gefrühstückt haben

Zum Frühstücken gingen wir zu einem großen Einkaufszentrum am Glockenturm, wo wir die Preise für elektronische Geräte und für Objektive angucken wollten. Beim Frühstück konnten wir beobachten, wie der Konditor die Torten mit Erdbeeren, Gurken und Petersilie verziert… hm, lecker 🙂

Torte mit Gemüse verziert

Danach gingen wir nochmal zur großen Moschee (ich konnte auf dem Basar ein paar Silk-Tücher erstehen). Aber man muss echt aufpassen – manchmal steht am original Seidentuch auf dem Zettelchen: „100% Polyester“ 🙂

Die Große Moschee in Xian

Zum Mittag sind wir in einen Nudel-Fresstempel (The first noodle under the sun) gegangen, hier gab es göttliche Nudelsuppe (mit über 1m langen Nudeln). Zum ersten Mal sah ich auf der Speisekarte Schildkröteneintopf… igitt.

Schildkröte - lecker...
Aber wir waren mit unseren Nudeln in Begleitung von einer Schüssel Knoblauch voll zufrieden

Den Nachmittag bei gefühlten 35 Grad haben wir auf dem Gelände rund um die große Ganspagode mit einer gefühlten 1 Millionen Menschen verbracht. Hier passierte schon wieder was merkwürdiges: Wir saßen im Schatten, auf einmal kommen zwei kichernde Chinesinnen auf uns zu, und sagen: „Hello, we are students und we have homework. Can I make a picture with you?“ Und so haben sie sich neben uns gestellt und uns mit ihren Handys fotografiert. Dann haben sie uns auch noch um Namen und Wohnort gebeten, dann sind sie kichernd davon. 5 Minuten später stand wieder ein anderes Pärchen mit der gleichen Bitte da. Nun wurden wir erneut fotografiert und sollten unsere Namen notieren. Nun stellten wir uns die Frage: Ist das jetzt wirklich eine Hausaufgabe gewesen – und wenn ja wozu die Namen und Herkunft von Langnasen zu notieren???

The Big Goose Pagoda

Im Anschluß gab es ein halbstündiges Springbrunnen-Spiel. War echt Klasse, hat teilweise für erfrischende Abkühlung gesorgt und Reinigung für die Kameras. Lustig war allerdings, dass die musikalische Untermalung ausschließlich Werke von europäischen Komponisten beinhaltet hat, z.B. Donau-Walzer, Radeczki-Marsch usw.

Springbrunnen-Walzer

Zum Flughafen sind wir mit dem öffentlichen Airport-Shuttlebus gefahren, auch wenn die Taxifahrer unser Gepäck beim Einladen fast aus unseren Händen gerissen und in ihre Taxis umgeladen haben. Dabei haben wir den einzigen Auffahrtunfall während unserer Reise beobachtet. Unglaublich – bei ihrem Fahrstil ist es wirklich verwunderlich.

Ein typisches Straßenbild von Xian

Unser Flug nach Shanghai mit Shanghai-Airlines (sehr empfehlenswert) hat sich 2 Stunden verspätet aus Luftraum-Überlastungsgründen. Es ist in China normal – Flüge verspäten sich gerne. Wir sind also statt 21 Uhr um 23 Uhr gestartet, und um 1 Uhr gelandet. Das Problem dabei war, dass die öffentlichen Verkehrsmittel vom Flughafen Pudong in die Innenstadt Shanghais leider nur bis 23 Uhr verkehren. Es gab sonst nur Taxis, die einen für ca. 250Y in der Nacht in die Stadt fahren – das tut aber einem Rucksackreisenden doch weh. Wir hatten Glück – es gab noch einen allerletzten Shuttlebus zum anderen Flughafen. Wir haben schnell den Fahrplan gecheckt und versuchten anhand der Straßennamen rauszubekommen, wo wir aussteigen müssen bzw. wo wir überhaupt langfahren. Wir deuteten auf einen Straßennamen auf dem Plan, der Fahrer nickte und hat unser Gepäck eingeladen (25Y). Wir waren die letzten Passagiere – der Bus war voll, wir mussten stehen. Aber diese Fahrt war auch ein tolles Beispiel dafür, dass Chinesen sehr wohl auch hilfsbereit sind, und lassen die Langnasen nicht verloren gehen. Der Busfahrer hat mit uns immer Blickkontakt gehalten, dass es noch nicht unsere Haltestelle war und uns laut gerufen, als wir angekommen waren. Wir sind in 2 Min. Enfernung von unserem Phönix Hostel ausgeladen worden. Wenig erfreulich war, dass wir mit: „Ah, ihr seid doch gekommen?“ begrüßt worden und uns von der verschlafenen Rezeptionistin mitgeteilt wurde, dass sie unser Zimmer leider vergeben hatte. Von unserer Mail, in der wir schrieben, dass wir spät ankommen, wusste sie nichts und auch nicht von der Antwort des Hostels, dass es kein Problem sei. Nun gab es nur eine Möglichkeit: in einem Dorm (Dormitory – Gemeinschaftsschlafzimmer mit 4 Etagenbetten) zu übernachten. Wir haben in dem Zimmer das letzte freie Bett bekommen, und wurden mit frischer Bettwäsche versorgt. Wir konnten lange nicht einschlafen, weil wir einfach verärgert waren. Aber das Zimmer war ganz okay, sauber, neue Betten und sogar die Klimaanlage ging (ich war allerdings froh im anderen Eck des Zimmers zu schlafen). Ah ja, und statt 80Y durften wir als Entschädigung für 50Y zahlen.

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